Beginnend zum Sommersemester 2011 bietet die Berufs- akademie Nordhessen gGmbH, den VIII-semestrigen Studien- gang Pflege für bereits examinierte Pflegekräfte, mit dem Abschluss „Bachelor of Science“, als erste Berufsakademie in der Bundesrepublik, dual an.
Dieser, speziell an bereits examinierte Pflegekräfte gerichtete Studiengang ist, aufbauend auf Ihrem erworbenem theoretischen Wissen und fachpraktischen Fähigkeiten in der Pflege. Er garantiert Ihnen eine Vertiefung und Erweiterung Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen auf akademischem Niveau. Theoretisches Wissen wird erweitert, die eigene Arbeit reflektiert, professionelles Denken und Handeln in der Pflege wird angeregt und erprobt. Das Ziel ist es, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten problem- und kontextorientiert im jeweiligen Arbeitsumfeld, vertieft durch die beiden Profilbereiche „Management im ambulanten Pflegebereich“ sowie „Management im stationären Pflegebereich“ auf akademischem Niveau, anwenden zu können.
Das Studium schließt mit der Bachelorarbeit und dem Titel Bachelor of Science (B.Sc.) in Pflege ab.
Schwerpunkte setzen.
Die Studierenden des Studiengangs Pflege haben im Wahlpflichtbereich ab dem V. Semester die Möglichkeit einen, auf die Praxis ausgerichteten Profilbereich zu wählen.
In diesem Studienabschnitt sollen die Studierenden aufeinander abgestimmte Wahlpflicht-Module belegen, die aktuelle arbeits- marktrelevante Themen und Fragestellungen
behandeln und zuvor erworbene außerfachliche Fähigkeiten vertiefend einüben. Zur Erreichung der genannten Ziele werden u.a. praxisrelevante Fallstudien durchgeführt. Die
Wahlpflicht-Module leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des übergeordneten Zieles der Berufsfähigkeit der Absolventen.
Management im ambulanten Pflegebereich Der demographische und soziale Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen
bezüglich der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung münden im gesundheitspolitischen
Ziel „ambulant vor stationär“, das die von der WHO initiierte Strategie der vorrangig ambulanten
Versorgung vor der in stationären Einrichtungen meint. Vor diesem Hintergrund sind
ambulante Versorgungseinrichtungen entstanden, deren Leitungspersonal sowohl über professionelle
Pflegekompetenzen als auch über Managementkompetenzen verfügen muss.
Die spezifischen Anforderungen in diesem Versorgungs- bereich leiten sich zum Einen aus
dem Pflegesetting ab, das systematisch im Wohn- und Lebens- umfeld der Pflegebedürftigen
angesiedelt ist und die Kooperation mit Laienpflegenden, meist Familienangehörigen, beinhaltet.
Zum Anderen muss in Pflegesituationen kompetent gehandelt werden, die durch die
ambulante Versorgung chronisch Schwerkranker und strebender Menschen geprägt ist.
Eine zentrale Rolle kommt Pflegenden im ambulanten Versorgungsbereich insbesondere hinsichtlich
der Erhebung des Pflegebedarfs, Sicherung der Pflegequalität und Leistungsabrechnung
mit Kostenträgern zu. Vor diesem Hintergrund sind sowohl weitreichende Kenntnisse über die
sozialgesetzliche Regelung als auch Verfahren der Pflegebergutachtung wichtig, die im Praxisfeld
beherrscht werden müssen. Zur Übernahme von Leitungsverantwortung müssen Pflegende
über Kompetenzen verfügen, die zu einem prozessorientierten Qualitätsmanagement befähigen.
Die Ausübung des Pflegeberufs im Setting ambulanter Versorgung ist mit enormen
physischen und psychischen Belastungen verbunden. Zur Minimierung berufsbedingter Erkrankungen
und zur Vermeidung frühzeitigen Ausscheidens erfahrener Pflegender aus dem
Beruf, bilden präventive Ansätze einen Schwerpunkt des Managements ambulanter Versorgungseinrichtungen.
Leitungen ambulanter Pflegedienste und Beratungszentren müssen für
diese Problematik sensibilisiert sein. Neben fundierten Kenntnissen über Zusammenhänge
zwischen typischen Belastungssituationen und der Prävalenz berufsbedingter Gesundheitsprobleme
Pflegender, müssen vor diesem Hintergrund Prinzipien organisationaler und Strategien
persönlicher Gesundheitsförderung beherrscht werden.
Management im stationären Pflegebereich Die pflegerische Versorgung von Patienten in stationären Einrichtungen des Gesundheitssystems
vollzieht sich in einem Spannungsfeld aus gesundheitsbezogenen und ökonomischen
Zielstellungen in einem multidisziplinären, hochtechnisierten Kontext. Moderne
Krankenhäuser bilden Zentren hochspezialisierter medizinischer Diagnostik und Therapie, die
als Wettbewerber am Gesundheitsmarkt sowohl Bedarfe regionaler Gesundheitsversorgung
als Bedürfnisse mündiger Patienten erfüllen müssen.
Zur Wahrnehmung von Leitungsaufgaben auf einer mittleren Managementebene sind hier
sowohl professionelle Pflegekompetenzen als auch Managementkompetenzen erforderlich,
die zur Lösung bereichs- und situationsspezifischer Probleme befähigen. Die geforderte
Problemlösungskompetenz erstreckt sich vor diesem Hintergrund insbesondere auf Anforderungen
des Qualitätsmanagements in verschiedenen medizinischen Fachabteilungen mit
ihren je spezifischen Bedingtheiten. Um für die Bandbreite der Herausforderungen sensibel
zu sein und Lösungskompetenzen zu entwickeln, werden onkologische, psychiatrische und
pädiatrische Fachabteilungen exemplarisch in den Fokus des pflegerischen Qualitätsmanagements
gestellt.
Unter den Postulaten der Effizienz und Patientenorientierung ist insbesondere wichtig, dass
Leitende im stationären Pflegebereich über Kompetenzen verfügen, die zur optimalen Kooperation
in einem multidisziplinären Arbeitsteam erforderlich sind. Hierzu zählt sowohl das
Verständnis für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten relevanter Berufe hinsichtlich ihrer
Qualifikation und Funktionen, als auch die Beherrschung von Kommunikationsmethoden, die
konstruktive Zusammenarbeit im Team fördern und Konflikte vermeiden oder beheben.
Die Ausübung des Pflegeberufs im Setting stationärer Versorgung ist mit enormen physischen
und psychischen Belastungen verbunden. Zur Minimierung berufsbedingter Erkrankungen
und zur Vermeidung frühzeitigen Ausscheidens erfahrener Pflegender aus dem Beruf, bilden
präventive Ansätze einen Schwerpunkt des Managements stationärer Versorgungsbereiche.
Leitungen von Stationen oder Bereichen müssen für diese Problematik sensibilisiert sein
um Risiken wahrnehmen und einschätzen zu können. Neben fundierten Kenntnissen über
Zusammenhänge zwischen typischen Belastungssituationen und der Prävalenz berufsbedingter
Gesundheitsprobleme, müssen vor diesem Hintergrund Prinzipien organisationaler
und Strategien persönlicher Gesundheits- förderung beherrscht werden.
Studieninhalte.
Kernstudium
Beratung und Patientenedukation
Medizinsoziologie / Sozialmedizin
Pädagogik
Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
Qualitätsmanagement im pflegerischen Kontext
Strukturen der Gesundheitsversorgung
Denken und Handeln im Pflegeprozess
Pflegeforschung / EBN
Medizininformatik
Profilbereiche / Vertiefung Studierende wählen einen von momentan zwei Profilbereichen:
Management im ambulanten Pflegebereich
Management der Pflegequalität in ausgewählten Bereichen
ambulanter Versorgung
Pflegebegutachtung
Gesundheitsförderliches Management im ambulanten Bereich
Management im stationären Pflegebereich
Management der Pflegequalität in ausgewählten Bereichen stationärer Versorgung
Management im interdisziplinären Team
Gesundheitsförderliches Management im stationären Bereich
Allgemeine / fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife
oder ein vergleichbarer Abschluss (gem. §54 HHG)
Bewerber/-innen ohne Hochschulzugangsberechtigung:
Erfolgreiche Teilnahme an der Feststellungsprüfung (§54 HHG)
Erfordernis für bereits alle examinierten Kräfte in einem Gesundheitsfachberuf:
Nachweis über berufliche Tätigkeit
Studiengebühren:
Die Studiengebühren ohne Ausbildungsvertrag (GRoA) bei kooperierender Bildungseinrichtung der BA, jedoch inkl. der Immatrikulations- und Prüfungsgebühr,
betragen 16.720,00 Euro
* Dieser Studiengang wurde durch die AHPGS (Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Gesundheit und Soziales) akkreditiert. Das erforderliche Akkreditierungsverfahren ist ein Nachweis der Qualität des Studiengangs hinsichtlich akademischem Niveau, Berufsrelevanz und Akzeptanz am Arbeitsmarkt.